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© 1997
Oliver Baumann •
Ermenegildo Bidese

Abestamm dar Zimbarn Herkunft der Zimbern Discendenza cimbra
[Platte 1686] Maine Hèeren !

De ünzarn éltarn habent hòrtan khöt,
daz dar ünzar stamm von Zimbarn
ist von taütschen lèntarn af-an nòrt
khèmmet in dez bèllasche lant,
in zait vomme khriighe,
ba dar gròoze stròach ist dén1 gant üübel.

Dez grözarste tòal von khriigarn ist gavàllet tòat,
un de andarn habant-sich vorpòrghet
in balt at-te pèrghe von Draitzan Komàün2 òbarn Bèarn3
un d andarn at-te pèrghe von ünzarn Siban Komàün òbarn Vizéntz.

Übar diisa hòoghe ébane in daü zait ist gabeest allez an balt,
ba habent ganèstet de pèeren un de bölve un khòone laüte.

Diise armen puuben4 in iar khriigen-gabànt,
dorsrékht nòch von dèmme hanteghen taaghe,
bèar bòaz ba un bia dii habent garàstet d èerste nacht
une5 an sichara hèrbighe.

De iarn èersten haüsar saint gabeest hütten,
halbe vorgraabet,
zo sicharn-sich von billen viigarn6
un vomme vròste in bintar-zait.

De èersten èkhare saint gabeest raüte7 un raütlen,
ba nòch haüte tragent dén naamen.

[Platte 1687] In de ünzarn laiten von Robaan8
saint nòch zo mögan ségan de haufen khnòtten
un de maurn von dén güütarn9, haüte une èerden10.

Bia saint darnaach gamàcht11 de fameejen une baibar ?

De braaven12 Zimbar saint gant abe
in dez nidarane ébane lant
un habent gastoolt de diarn.

Asò biar haban an taütschen vaatarn
un an bèllasche muutar.

Un von dèmme nòotegan biar,
daz biar schöltan haltan starkh pòade gaprècht,
zo mögan grüüzan de ünzarn alten vraünte13,
ba nicht mèar gadénkhent at-te khindar von alten Zimbarn,
ba saint gabeest in triite vomme khriighe,
vomme hungare un von dar drus14.

Steenanten naach...
Meine Herren !

Unsere Eltern haben uns stets erzählt,
daß unser Stamm von Zimbern.
von deutschen Ländern im Norden
in das wälsche Land gekommen ist,
in Kriegszeit,
da der große Streich ihnen1 übel ausgegangen ist.

Der größte Teil der Krieger ist (tot) gefallen,
und die anderen haben sich verborgen
im Wald auf den Bergen von 'Dreizehn Kamäun'2 oberhalb Bern3
und andere auf den Bergen von unseren 'Sieben Kamäun' oberhalb Vicenz.

Über diese Hochebene ist zu dieser Zeit alles ein Wald gewesen,
wo die Bären und die Wölfe nisteten und keine Leute.

Diese armen Burschen4 in ihrem Kriegsgewand,
erschreckt noch von dem bitteren Tage,
wer weiß wo und wie sie gerastet haben die erste Nacht
ohne5 sichere Herberge.

Ihre ersten Häuser sind Hütten gewesen,
halb vergraben,
um sich zu sichern vor wilden Tieren6
und vorm Frost in Winterszeit.

Die ersten Äcker sind Reuten7 und Reutlein gewesen,
welche noch heute den Namen tragen.

In unseren Leiten von Rowan8
kann man noch die Haufen Steine
und die Mauern der Anwesen9 sehen, heute bloß gelegt10.

Wie sind danach die Familien gegründet11 worden ohne Weiber?

Die wackeren12 Zimbern sind hinabgegangen
in das niedere ebene Land
und haben die Mädchen gestohlen.

So haben wir einen deutschen Vater
und eine welsche Mutter.

Und daher haben wir die Pflicht,
daß wir an beiden Sprachen festhalten sollen,
um unsere alten Verwandten13 grüßen zu können,
die nicht mehr der Kinder von den alten Zimbern gedenken,
die unter Krieg,
Hunger und Not gelitten haben14.

Fortsetzung ...
Miei Signori !

I nostri genitori hanno detto ripetutamente,
che la nostra stirpe cimbra    
è scesa da paesi tedeschi del Nord
a queste terre italiane,
ai tempi della guerra
quando la grande battaglia è andata male.

La maggior parte dei guerrieri è caduta,
e gli altri si son nascosti
nei boschi di montagna dei Tredici Comuni sopra Verona
e gli altri nei boschi di montagna dei nostri Sette Comuni sopra Vicenza.

All'epoca su questo altopiano c'eran solo boschi
dove s'intanavano gli orsi e i lupi e niente gente.

Questi poveri giovani nei loro armamenti,
ancora impauriti da quel giorno amaro,
chissà dove e come questi hanno riposato la prima notte
senza una dimora sicura.

Le loro prime case erano capanne
interrate a metà,    
per proteggersi da animali selvaggi
e dal gelo d'inverno.

Le primie campagne furono campi e campetti incolti,
che tuttora portano quel nome (raut).    

Nei nostri pendii di Roana
si possono ancora vedere gli ammassi di sassi    
ed i muri delle proprietà, oggi senza terra.

Come si sono potute formare le famiglie senza donne?  
 
I corraggiosi cimbri sono scesi    
in quella pianura in basso
ed hanno effettuato il ratto delle donne.

In questro modo noi abbiamo un padre tedesco
ed una madre italiana.    

E d'allora abbiam bisogno
di mantenere viventi le due lingue,    
così possiamo salutare i nostri vecchi amici
che non pensano più ai figli dei vecchi cimbri,    
che stavano scappando dalla guerra    
dalla fame e dalla pestilenzia.

Proseguimento...
Benedikt Ghit von Putz, dar Ròonar, Sleeghe IX 1912
(Benedetto Benetti di Canove). In: Lessiak, Primus - Pfalz, Anton. 1912.
Sprachproben aus den Sieben Gemeinden.
In: 48. Mitteilung der Phonogramm-Archivs-Kommission bei der Kaiserlichen
Akademie der Wissenschaften in Wien.(= Mitteilungen der Akademie der
Wissenschaften in Wien XXXI) Wien 1918, pp. 59-73;
Schraibonghe vom-me Remigius Geiser 2009;
Galóset vüar hìa vom-me Benedikt Ghit von Putz
In: Lessiak, Primus - Pfalz, Anton. 1912.
Sprachproben aus den Sieben Gemeinden.
In: 48. Mitteilung der Phonogramm-Archivs-Kommission bei der Kaiserlichen
Akademie der Wissenschaften in Wien.(= Mitteilungen der Akademie der
Wissenschaften in Wien XXXI) Wien 1918, pp. 59-73;
1 wörtl.: 'den'
2 Tredici Comuni
3 Verona
4 Buben
5 Andere Mdaa. der Sieben Gemeinden haben ane
6 Viehern; vige hat im Zimbrischen die allgemeine Bedeutung Tier;
   für Haustier gebraucht man sacha ('Sache')
7 Mz. von raut (dt.l. Reuth dt. Rodung) männlich
8 Rován, Rowàn, Robàn; nicht identisch mit Roan (Canove)
9 Güter
10 ohne Erde
11 gemacht
12 braven
13 wörtl.: Freunde, gemeint sind die Deutschen
14 drus = Pestilenz, Seuche; wörtl.: "unter dem Tritte des Krieges,
   des Hungers und der Not gewesen sind"
Traduzione: Enrico Sartori 2018
=>
una precedente alternativa:

Quaderni di Cultura Cimbra 25, 01/1989, p. 7:
"Testi cimbri comparati – A. Bellotto"


Grazie a


 


Foto: Lessiak, Primus - Pfalz, Anton. 1912: Sprachproben aus den Sieben Gemeinden

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